Artikel
Kinder der Freiheit
(Ein Gedicht von Azad)

Afghanisches Kind
verwundetes Kind
afghanisches Kind
verbranntes Kind
schon gealtertes Kind
deine fragenden Augen
Menschen schweigen
deine schreienden Augen
die Menschen ignorieren es
afghanisches Kind
du streckst deine Hand aus
du liebst den Vogel
der Vogel explodiert
deine Hand reißt ab
die Welt ignoriert das
die Welt schläft
die Geschichte bleibt stehen
dein Blut, das fließt
verletzt die Erde
die Menschen ignorieren es
afghanisches Kind
Kind des Himmels
Afghanisches Kind
deine Augen erstarren
deine Augen fragen
die Menschen schweigen
die Menschen ignorieren das
afghanisches Kind
verlassenes Kind
freies Kind
afghanisches Kind
Kind der Freiheit

Kriegsverbrecher in Afghanistan / Appell an Bundesregierung
Presseinformation

Deutscher Frauensicherheitsrat, Womnet, Forum Menschenrechte und Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung fordern anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen: Die Bundesregierung muss Druck ausüben, damit Kriegsverbrecher in Afghanistan bestraft werden:

Nachstehende Erklärung geht am 23. November 2007 Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier zu. 

Straflosigkeit zerstört Gesellschaften von innen:

Die Situation in Afghanistan verschlimmert sich immer mehr. Die Sicherheitslage ist katastrophal, Gewalt, Armut und Verelendung greifen um sich. Beim deutschen Engagement in Afghanistan spielen militärische Aspekte die Hauptrolle, während der zivile Aufbau genauso ins Hintertreffen gerät wie die Debatte über die Ursachen der Verzweiflung in der Bevölkerung. Dabei ist ein Grund mit Händen zu greifen: das Amnestiegesetz, das die Regierung unter Präsident Hamid Karsai im März 2007 erlassen hat. Allen Kriegsverbrechern der letzten 28 Jahre, ob innerhalb oder außerhalb der Regierung, wurde Straflosigkeit garantiert. Um die Ungeheuerlichkeit dieses Gesetzes zu kaschieren, ließ Karsai es in einem Punkt ändern: Privatpersonen dürfen nunmehr vor Gericht Anklage gegen Kriegsverbrecher erheben. 

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"Der tanzende Derwisch"
Von Mariam Notten und Ute Scheub

Anlässlich des 800sten Geburtstages des islamischen Sufi-Mystikers, Dichters und Philosophen Maulana Rumi hat die UNESCO ein Gedenkjahr mit weltweiten Feierlichkeiten ausgerufen. Was bei allen Gedenkreden verschwiegen wird: Er war ein bisexueller, sinnenfreudiger Rebell, der die Liebe als Urkraft des Universums und seinen Liebsten in überschwänglicher Lyrik besang.

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"Dichterin straflos erschlagen "
Beitrag in der tageszeitung, Ute Scheub

Der Tod der afghanischen Lyrikerin Nadya Andjoman, die von ihrem Mann totgeschlagen wurde, bleibt ungesühnt...

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"Ich, umsonst geboren..."
Beitrag in der tageszeitung, 12. Dezember 2005, Ute Scheub / Mariam Notten

Die junge afghanische Dichterin Nadya Andjoman aus Herat wurde von ihrem Ehemann zu Tode geprügelt.

In den Schriftstellerkreisen Afghanistans galt sie als Zukunftshoffnung, als eine der talentiertesten LyrikerInnen heutiger Zeit, manch einer ihrer Kollegen sahen in ihr eine kommende "Ausnahmedichterin". Aber Nadya Andjoman wurde nur 25 Jahre alt. Ihr eigener Ehemann hat sie zu Tode geprügelt...

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"Wenn man den Wolf zum Hirten macht"
Beitrag im IPPNWforum 81/82/03, Mariam Notten

Die USA und ihre Antiterror-AIlianz haben im Oktober 2001 beschlossen, die Taliban zu entmachten, treffender ausgedrückt: US-Flugzeuge haben am Montag den 8. Oktober 2001 begonnen Afghanistan zu bombardieren. Sie begründeten ihren Krieg damit, dass sie Osama Bin Laden gefangen nehmen, seine Terrorgruppe AI Quaida zerschlagen, die Taliban entmachten, die Afghanen, besonders die afghanischen Frauen befreien und dem Land eine demokratische Ordnung schenken würden. Abgesehen davon, dass dieser Krieg zu vermeiden wäre (darüber hier etwas zu schreiben, würde zu weit führen und den Afghanen eh nicht mehr nutzen), sollten wir nun, nach fast zwei Jahren, eine Bilanz ziehen, ob und welcher dieser hehren Ziele der USA In Afghanistan realisiert wurden.

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"Stammesdenken ist keine Lösung"
Beitrag in der tageszeitung, 19. November 2001, Mariam Notten / Ute Scheub

Nun hat die Nordallianz zwei Drittel von Afghanistan fast kampflos erobert - schneller, als die meisten erwartet haben. Wir Exil-AfghanInnen staunen allerdings weniger. Desertionen haben eine lange Tradition in Afghanistan. Auch jetzt gibt es Gerüchte, dass der Fall von Masar-i Scharif und Kabul nicht oder nur zum Teil militärisch bedingt war. Entscheidend war offensichtlich, dass Taliban-Kommandeure und ihre Soldaten durch viel Geld umgedreht" wurden. Dies bestätigt, was wir stets gesagt haben: Die Bombardierungen sind so grausam wie überflüssig. Schon die Mudschaheddin siegten gegen die Sowjets, indem sie Desertionen ermöglichten. Und genauso kauften später die Taliban die Kommandanten der Nordallianz...

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