Update (Januar 2008)
Da ich bei meiner Reise im Jahr 2003 schon einmal einen Tag lang Weihnachten mit den Kindern gefeiert hatte, wollte ich dieses wunderbare Erlebnis etwas geplanter wiederholen.
Dieses Jahr war der Weihnachtsmann zu den Kindern sehr großzügig. Bereits in Berlin haben wir auf dem Flohmarkt etwa zehn Kilo Legosteine und 20 Tierpuzzles, Ballschläger und Bälle und eine Menge Raumschmuck und Konfetti gekauft. Diese Kinder kennen in ihrer kargen Umwelt weder Farben noch Tiere außer den Haustieren, geschweige denn Spielzeug.
Bei meiner Durchreise durch den Iran besorgte ich ihnen noch Malhefte und Malfarben, weil nicht jeder Artikel in Nimroz zu kaufen ist. Als weitere Geschenke haben wir den Jungen warme lange Unterwäsche, warme Socken und Pullover gekauft, denn im Winter kann es auch in Nimroz sehr kalt werden. Weitere Kleidung haben sie nicht gebraucht, weil sie beim Opferfest bereits beschenkt worden waren.
Unsere Feier fiel dieses Jahr auf den 26. Dezember, einen Tag nach meiner Ankunft in Nimroz. Ich besuchte bereits am 25. Dezember das Waisenhaus und gab Anweisungen für den Kauf von Lebensmitteln für eine festliche Mahlzeit. Wie die Kinder am Tag darauf gemeinsam die Räume geschmückt haben, ihre Geschenke entgegen nahmen und wie sie die köstliche Mahlzeit genossen haben, habe ich für Sie auf Fotos festgehalten. Denn all diese glückliche Momente in den Gesichtern dieser Kinder zu beschreiben, überschreitet meine schriftstellerische Fähigkeit.
In diesem Bericht kann ich Ihnen von diesem Tag nur so viel sagen, dass ich in unzähligen Momenten in Dankbarkeit an all diejenigen Menschen gedacht habe, die mit ihren Spenden den Kindern diesen Tag ermöglicht haben.
Computer und Englischkurse
Das Waisenhaus ist mittlerweile von anderen Hilfsorganisationen entdeckt worden. Eine amerikanische Organisation hat den Kindern vier Computer zur Verfügung gestellt und finanziert einen Lehrer, der den Kindern täglich drei Stunden den Umgang mit dem PC beibringt. Die Fotos stehen auf unserer Website
Außerdem kommen zwei Englischlehrerinnen wöchentlich dreimal und unterrichten die Kinder jeweils zwei Stunden. Viele der Kinder konnten mir ihre Englischkenntnisse in Form von Liedern vortragen. So lernten sie die Wochentage in Englisch. Nach Auskunft der Kinder ist eine der Lehrerinnen Amerikanerin und die andere halb Italienerin, halb Engländerin. Ich habe sie aber nicht kennen gelernt, weil sie in den Winterferien nicht in Nimroz waren.
Zwei afghanische Lehrerinnen helfen ihnen weiterhin bei den Hausaufgaben. Und ein sehr junger Mullah bringt ihnen den Koran bei. Donnerstags ist Spiel- und Badetag und am Freitag geht eine Gruppe von ihnen in der Schule nebenan zum Fußballspielen. Wie Sie sehen, haben die Kinder neben dem Schulbesuch ein straffes Wochenprogramm.