Das Projekt Waisenhaus
Update (April 2011)

Etwa 10 größere Kinder haben das Haus inzwischen verlassen. Die meisten von ihnen werden von ihren Verwandten abgeholt, oft auch aus der Schule genommen und als billige Arbeitskraft ausgebeutet. Dieses Problem wird weiterhin bestehen, solange die Zentralregierung Kinderarbeit nicht verbietet. Dafür sind aber viele kleine Kinder in dem Haus aufgenommen wurden.

Die Wünsche der Kinder lauteten, wie immer, Fußballkleidung und Fußballschuhe. Die ersteren wurden bereits in Deutschland eingekauft und die Schuhe samt Socken in Nimroz.

Das Ausbreiten von Kies im Hof wurde in Auftrag gegeben, damit die Kinder Fußball spielen können, ohne viel Staub aufzuwirbeln.












Unser traditionelles Festessen in den geschmückten Räumen fand auch dieses Jahr statt.







Update (November 2009)

Diesmal habe ich 21 Kinder zählen können, die Mehrheit davon unter 10 Jahren. Neun der größeren Knaben sind von ihren Angehörigen abgeholt worden, damit sie für die Familie Geld verdienen können. Einen dieser Jungen habe ich zufällig auf der Straße getroffen. Ich habe diesen Jungen als schlechtgelaunt und bisweilen aggressiv in Erinnerung. Doch bei unserer Begegnung wirkte er auf mich sehr entspannt, gar fröhlich. Er arbeite bei seinem Onkel in einer Autowerkstatt und verdiene täglich 1000 Tuman, sagte er mir. Ein Euro entspricht etwa 1300 Tuman, das sind also unter ein Euro pro Tag. Und dennoch war er stolz, eigenes Geld zu verdienen.

Auch der alte, sympathische Leiter des Waisenhauses wurde entlassen. Als Begründung sagte man mir, dass er mittlerweile opiumsüchtig geworden wäre und daher den Kindern nicht länger zumutbar gewesen sei. Der neue Leiter ist ein etwa 50 jähriger Mann - ein ehemaliger Regierungsangestellter. Er nahm seine Arbeit erst zwei Wochen vor meiner Ankunft auf. Er wirkte auf mich sehr zurückhaltend und distanziert gegenüber den Kindern. Wahrscheinlich kennt er sich in der Tagesstruktur des Hauses noch nicht aus. Ich hoffe, dass er wenigstens gegenüber den Kindern etwas offener wird. Leiter eines Waisenhauses zu sein, ist wegen des kargen Gehaltes eben nicht für jeden Mann attraktiv genug.

Ich habe den Kindern, wie üblich, Kleidung und Schuhe mitgebracht, teilweise aus Deutschland und teils vor Ort eingekauft. Bei den größeren Jungen stand Fußballdress auf ihrer Wunschliste. Auch ein festliches Mahl und das Schmücken der Räume gehörten zum festen Bestandteil meines Besuches.


















Diese Kinder kennen weder das Meer mit seinen Tieren noch den Wald und seine Bewohner. Deshalb habe ich über das Internet eine Reihe Naturfilme ersteigert und einen DVD-Player aus Deutschland mitgebracht, damit die Kinder die Welt außerhalb von Nimroz wenigstens über die Filme kennen lernen. Dieses Geschenk kam bei den Kindern besonders gut an.


Update (November 2008)

Zur Erinnerung: Die Anzahl der hier wohnenden Kinder variiert zwischen 30 und 50. Dieses Jahr leben 32 Knaben in diesem Haus (siehe hierzu auch im Jahresbericht 2008).





Mittlerweile ist es zur Tradition geworden, dass wir bei meinem Besuch einen Tag lang bei einer festlichen Mahlzeit gemeinsam feiern, die Kinder erhalten dabei Geschenke.






Da die größeren Kinder in der Schule nebenan in Fußballmannschaften spielen, haben sie diesmal den Wunsch nach Fußballkleidung und -schuhen geäußert. Der Wunsch war realisierbar und zwei der älteren Kinder haben gemeinsam mit mir den Einkauf erledigt. Für die Kleinen, die nicht in der Mannschaft mitspielen dürfen, besorgten wir warme Pullover für den Winter. Außerdem habe ich ihnen aus Deutschland jeweils ein Paar warme Socken mitgebracht; diese passten hervorragend zu ihrem Fußballdress.








Wahrscheinlich hat der sympathische Leiter aus Altersschwäche sämtliche Arbeiten an die Kinder delegiert. Das hat die Kinder notgedrungen zu cleveren und selbstständigen Jungen heranwachsen lassen.

Update (Januar 2008)

Da ich bei meiner Reise im Jahr 2003 schon einmal einen Tag lang Weihnachten mit den Kindern gefeiert hatte, wollte ich dieses wunderbare Erlebnis etwas geplanter wiederholen.

Dieses Jahr war der Weihnachtsmann zu den Kindern sehr großzügig. Bereits in Berlin haben wir auf dem Flohmarkt etwa zehn Kilo Legosteine und 20 Tierpuzzles, Ballschläger und Bälle und eine Menge Raumschmuck und Konfetti gekauft. Diese Kinder kennen in ihrer kargen Umwelt weder Farben noch Tiere außer den Haustieren, geschweige denn Spielzeug.

















Bei meiner Durchreise durch den Iran besorgte ich ihnen noch Malhefte und Malfarben, weil nicht jeder Artikel in Nimroz zu kaufen ist. Als weitere Geschenke haben wir den Jungen warme lange Unterwäsche, warme Socken und Pullover gekauft, denn im Winter kann es auch in Nimroz sehr kalt werden. Weitere Kleidung haben sie nicht gebraucht, weil sie beim Opferfest bereits beschenkt worden waren.









Unsere Feier fiel dieses Jahr auf den 26. Dezember, einen Tag nach meiner Ankunft in Nimroz. Ich besuchte bereits am 25. Dezember das Waisenhaus und gab Anweisungen für den Kauf von Lebensmitteln für eine festliche Mahlzeit. Wie die Kinder am Tag darauf gemeinsam die Räume geschmückt haben, ihre Geschenke entgegen nahmen und wie sie die köstliche Mahlzeit genossen haben, habe ich für Sie auf Fotos festgehalten. Denn all diese glückliche Momente in den Gesichtern dieser Kinder zu beschreiben, überschreitet meine schriftstellerische Fähigkeit.













In diesem Bericht kann ich Ihnen von diesem Tag nur so viel sagen, dass ich in unzähligen Momenten in Dankbarkeit an all diejenigen Menschen gedacht habe, die mit ihren Spenden den Kindern diesen Tag ermöglicht haben.

Computer und Englischkurse

Das Waisenhaus ist mittlerweile von anderen Hilfsorganisationen entdeckt worden. Eine amerikanische Organisation hat den Kindern vier Computer zur Verfügung gestellt und finanziert einen Lehrer, der den Kindern täglich drei Stunden den Umgang mit dem PC beibringt. Die Fotos stehen auf unserer Website





Außerdem kommen zwei Englischlehrerinnen wöchentlich dreimal und unterrichten die Kinder jeweils zwei Stunden. Viele der Kinder konnten mir ihre Englischkenntnisse in Form von Liedern vortragen. So lernten sie die Wochentage in Englisch. Nach Auskunft der Kinder ist eine der Lehrerinnen Amerikanerin und die andere halb Italienerin, halb Engländerin. Ich habe sie aber nicht kennen gelernt, weil sie in den Winterferien nicht in Nimroz waren.

Zwei afghanische Lehrerinnen helfen ihnen weiterhin bei den Hausaufgaben. Und ein sehr junger Mullah bringt ihnen den Koran bei. Donnerstags ist Spiel- und Badetag und am Freitag geht eine Gruppe von ihnen in der Schule nebenan zum Fußballspielen. Wie Sie sehen, haben die Kinder neben dem Schulbesuch ein straffes Wochenprogramm.

Update (November 2006)

Beim muslimischen Ramadanfest herrscht der Brauch, dass besonders Kinder neue Kleidung tragen sollten. Wir haben Schneider kommen lassen, sie nahmen bei 46 Kindern Maß und nähten ihnen innerhalb einer Woche ihre neuen Kleider. Außerdem besorgten wir ihnen neue Schuhe und Shirts. Alles in Plastiktüten fein verpackt, wartet die Kleidung in kleinen Blechkoffern darauf, an den Festtagen getragen zu werden.









Als weitere gute Nachricht ist zu erwähnen, dass ein neuer Leiter das Haus führt. Er übte früher den Beruf des Lehrers aus, ist pädagogisch viel gewandter als der alte Leiter, und er besitzt ein sanftes liebevolles Wesen.

Und noch eine weitere positive Entwicklung: Bald wird eine gut ausgerüstete Werkstatt für Jungen in der unmittelbaren Nähe des Hauses eröffnet werden. Es sind bereits 15 Anmeldungen aus dem Waisenhaus bei der Werkstatt eingereicht worden. Somit werden demnächst 15 ältere Waisenkinder dort ein Handwerk lernen.

Update (Anfang Oktober 2004)

Mittlerweile ist ein drittel des Hauses aufgebaut. Es besteht aus 6 Wohnräumen, Küche und Sanitär-Räumen.

Die Kinder sind bereits in das noch nicht fertigegebaute Haus umgezogen, denn die Umstände, unter denen sie bis jetzt gewohnt haben, waren alles andere als menschenwürdig.

Die Räume in dem neuen Haus sind mit Auslegewaren und Teppichen ausgelegt und dienen den Kindern als Wohn- und Schlafräume; sie machen hier auch ihre Schulaufgaben. Gegessen wird vorläufig in dem langen Flur des Hauses, bis der Speisesaal gebaut ist.

Eine zweite Verbesserung, die wir erreicht haben, ist, dass die Kinder nun die normalen Schulen besuchen. Bis vor kurzem wurden sie von einem Mullah nur aus dem Koran unterrichtet. Nun ist der Mullah entlassen worden und an seiner Stelle helfen zwei Frauen den Kindern bei den Schulaufgaben.

Ersteintrag (2003)

Die ersten 30 Kinder (ausschließlich Jungen) wurden nach der Entmachtung der Taliban in einem Haus in der Provinz Faryab gefunden, das unter der Aufsicht der Taliban stand. Über den Verbleib ihrer Eltern gibt es keine Informationen, weil sie nicht aus Nimroz stammen. Mittlerweile ist ihre Zahl auf 45 Kinder gestiegen.

Wir bauen z.Z. in Zusammenarbeit mit der Organisation „L. Afghan“ ein Haus für diese Kinder. Die ersten 6 Räumen werden in einigen Wochen fertiggebaut, damit die Kinder umziehen können. Für weiteren 6 Räumen + Nebenräume fehlen uns noch die Gelder.