Reisebericht meines zweiten Besuches in Nimroz/Afghanistan im Jahre 2003
Liebe FreundInnen,
Liebe SpenderInnen,

in Ihrem und im Auftrag der Frauenorganisation „Berliner FrauenfrAktion e.V.“ bin ich über die Weihnachtsferien zum zweiten Mal in den Süden Afghanistans nach Nimroz gereist. Diesmal hat mich Frau Susanne Kalkowski aus Bielefeld begleitet. Frau Kalkowski unterstützt seit einem Jahr aktiv unsere Projekte in Nimroz. Wie versprochen, möchte ich Ihnen nun berichten, was ich alles in den zehn Tagen mit Hilfe Ihrer Spenden erreicht habe.

Zuallererst möchte ich Ihnen die wärmsten Grüße und Danksagungen der „Organisation demokratischer Frauen von Nimroz“ und der Mitglieder der Provinzregierung überreichen.

Dank aktiver und unbürokratischer Unterstützung durch die Frauenorganisation und die Provinzregierung ist es mir gelungen, folgende Projekte in Ihrem Namen in Nimroz zu errichten:

Projekt Waisenhaus

Wie Sie wissen, leben in Sarandj, der Hauptstadt der Provinz Nimroz, 30 Waisenknaben im Alter von 3 bis circa 12 Jahren in einem heruntergekommenen alten Haus. Mittlerweile ist ihre Anzahl auf circa 40 gestiegen. Sie haben mich mit Ihrer Spende beauftragt, diesen Kindern eine menschen- und kindgerechte Unterkunft zu erstellen. Auch die Frauenorganisation „L. Afghan“, die in der Stadt Leer gegründet worden ist, hat vor, diesen Waisenkindern eine Unterkunft zu bieten. Ich traf einer ihrer Mitgliedsfrauen in Nimroz. Sie hat bereits den Bau eines neuen Waisenhauses in Auftrag gegeben. Wir sind zu der Übereinkunft gelangt, dass „L.Afghan e.V.“ den Bau und „Berliner FrauenfrAktion e.V.“ die Inneneinrichtung des Hauses übernehmen sollte. So habe ich von den Spendengeldern zunächst für sechs Wohnräume und für die Badezimmer sowie die Küche sämtliche Einrichtungsgegenstände gekauft, sie in einem Lagerraum der Provinzregierung zwischengelagert und die Liste der Gegenstände an den Gouverneur überreicht. Das Grundstück ist uns kostenlos von der Provinzregierung zur Verfügung gestellt worden. Voraussichtlich wird ein Teil des Hauses (6 Wohnräume plus Badezimmer und Küche) im April dieses Jahres fertiggestellt sein. Zur Eröffnung und zum Umzug der Kinder hoffe ich im Frühjahr selbst mit dabei zu sein. Die zweite Hälfte des Hauses wird in naher Zukunft gebaut werden. Zur Zeit fehlen dazu noch die finanziellen Mittel.

Besuch aus Deutschland
(Foto: Zohra Chopan)

Einen Tag feiern

Bevor ich nach Nimroz flog, hatte ich mir fest vorgenommen, einen Tag lang mit den Kindern zu feiern. Dieser Tag fiel zufällig auf den 24.12.03, also auf den Tag, den auch Sie hoffentlich besinnlich in Deutschland gefeiert haben. Unsere Feier im Waisenhaus war weniger besinnlich, sondern voller Kinderlärm, Lachen und Trubel. Ich hatte bereits in Deutschland „Partyschmuck“ wie Girlanden, Papierschlangen, Luftballone, Konfetti und anderen Raumschmuck eingekauft und für diesen Tag nach Nimroz mitgenommen. Frau Kalkowski brachte eine Menge Lego-Steine aus Bielefeld mit. Wir haben gemeinsam mit den Kindern die zwei kleinen Räume ausgeschmückt, ein schönes Mittagessen in Auftrag gegeben (die dafür benötigten Lebensmitteln einen Tag zuvor eingekauft), den Kindern als Geschenk warme Kleidung besorgt und den ganzen Tag mit ihnen gefeiert. Der Höhepunkt des Tages war nicht etwa die Verteilung der Geschenke, wie man sich vorstellen würde. Die Anprobe der passenden Kleider für jeden Knaben gestaltete sich eher problematisch: Jedes Kind fand natürlich die Jacke des anderen viel schöner und wollte sie unbedingt gegen die eigene tauschen. Doch irgendwann entdeckte ich 3 kleine Plasiktüten mit buntem Konfetti im Koffer und verstreute sie über die spielenden Kinder. Diese Aktion löste bei ihnen einen Trubel der Freude aus, sie sprangen, schrieen, applaudierten und hielten ihre Gesichter gegen den Himmel. Ich sollte noch mehr Konfetti über ihre Gesichter verstreuen. Sie können sich vorstellen, was ich in diesem Moment gefühlt habe. Ich wünschte mir, Koffer voller Konfetti zu haben, um diese Minuten der Freude zu Stunden zu verlängern. Die Kinder haben für uns gemalt und ich habe ihre gemalte Bilder nach Deutschland mitgebracht.

Meine lieben Freunde, ich habe eben versucht, diesen Tag mit den Kindern so gut wie möglich zu beschreiben, damit auch Sie wenigstens in der Fantasie daran teilhaben können. Denn in Wirklichkeit verdanken wir IHNEN diesen Tag.


Feier im Waisenhaus

... mit Essen

und Konfetti
(Fotos: Susanne Kalkowski)

Weitere Projekte

Wie sie wissen, unterhält die „Berliner FrauenfrAktion e.V.“ auch Projekte für Frauen, die ihre Ehemänner im Krieg verloren haben. Wir hatten dafür neben unseren großzügigen Spenderinnen auch das Auswärtige Amt (Referat für Menschenrechte) als Sponsor gewinnen können. Mit den Spendengelder und der Zuwendung des Auswärtigen Amtes habe ich in Nimroz folgende Projekte teils vollständig eingerichtet und teils in die Wege geleitet:

Ein Frauenbüro

Unsere Partnerin in Nimroz ist die dort ansässige Frauenorganisation, von der ich Ihnen letztes Jahr ausführlich berichtet habe. Diese Frauen begleiten und beaufsichtigen unsere Projekte vor Ort. Sie benötigten Räume, um sich regelmäßig treffen und aus der „privaten Anonymität“ herauskommen zu können. Ihre Arbeit und damit auch sie selbst sollten für alle sichtbar werden.

Es ist mir in diesen 10 Tagen gelungen, nicht nur ein Frauenbüro komplett einzurichten, sondern auch eine Werkstatt zur Teppichweberei, eine Frauenbäckerei, eine Werkstatt zur Vorbereitung von Baumwolle als Füllmaterial für Steppdecken zu errichten.


(Foto: Susanne Kalkowski)
Das Frauenbüro wurde bereits renoviert und vollständig eingerichtet, in den beiden Werkstätten liefen die Renovierungsarbeiten auf Hochtouren. Zwei Webstühle sind bereits gekauft und stehen samt Wolle bereit, die Maschine zur Vorbereitung von Baumwolle ist in Kabul in Bestellung gegeben, und schließlich haben wir den Bau einer Frauenbäckerei in Auftrag gegeben. Die beiden o.g. Werkstätten werden zugleich als Verkaufs- und Ausstellungsräume der hergestellten Produkte dienen.

Das Projekt Steppdecken vom letzten Jahr besteht weiterhin und die Decken werden von der Frauenorganisation vertrieben.

In allen Projekten werden in Zukunft über 20 Frauen/Witwen ihren Lebensunterhalt verdienen. Auch diese Tatsache verdanken wir IHRER Großzügigkeit.

Schulprojekt

Letztes Jahr wurde ich vom „Afghanischen Kultur- und Kommunikationszentrum“ in Berlin, dessen Mitglied ich bin, beauftragt, in Nimroz eine Schule zu bauen.

Diese Schule ist inzwischen aufgebaut (ein Großteil der Kosten haben die Bürger und die Provinzregierung von Nimroz übernommen) und sie wird von insgesamt 436 Kindern besucht. Diese Schule weist zwei Besonderheiten auf:

1. Ihr wurde der Name „Maktab-e-Esteqlal“ verliehen, übersetzt heißt sie „ Schule der Freiheit“. Dieser Name weist Parallelen zu meinem Buch „Ich wählte die Freiheit“ auf, was mich sehr gefreut hat.

2. Die nächste Besonderheit dieser Schule ist in der Geschichte Afghanistans einmalig: Sie wird von Jungen und Mädchen gemeinsam besucht. Die Kinder werden von 10 Lehrern und Lehrerinnen unterrichtet. Diese Tatsache zeugt von der Toleranz und dem progressivem Geist der Bürger dieser Provinz, was für afghanische Verhältnisse eine absolute Ausnahme bedeutet.

Bei unserem spontanen Besuch in dieser Schule mussten wir leider feststellen, dass die Klassenräume keine Stühle und Tische besitzen und die Kinder auf Plastikmatten sitzend den Unterricht verfolgen. Auch im Lehrerzimmer befanden sich keine ausreichenden Sitzgelegenheiten. Die Schule verfügt über einen sehr großen Hof, der für Spiele und Sportunterricht gut geeignet wäre. Doch da man das Baumaterial zum Teil aus der Erde des Hofes entnehmen musste, hinterließen die Bauarbeiten große Krater im Boden, was das Spielen der Kinder zu einem gefährlichen Unterfangen werden lässt.




(Fotos: Susanne Kalkowski)

Meine deutsche Begleiterin Frau Kalkowski kam auf die Idee, die Einrichtung des Lehrerzimmers aus unseren privaten Mitteln zu finanzieren, da in den Spendengeldern diese Ausgabe nicht vorgesehen war. So haben wir aus unseren privaten Mitteln nicht nur das Lehrerzimmer komplett eingerichtet, sondern auch den Lehrerinnen Stoffe für Schuluniformen und für die SchülerInnen Sportmaterial besorgen können. Ich hatte für diese Aktion mehrere Bedingungen gestellt:
Die Farbe Schwarz für die Lehreruniform kam für mich nicht in Frage.
Begründung: Da die Frauen aus Nimroz Jahrzehnte lang in den Iran emigriert waren, haben sie die Ganzkörperschleier „Tschador“ aus schwarzem Stoff als eine Art „Erbe der Emigration“ nach Afghanistan mitgebracht. Nun versuchen viele Frauen mühselig diese schwarzen Tücher gegen die farbenfrohen afghanischen Kopftücher zu tauschen. Bislang gelingt es leider nur wenigen von ihnen. Ich wollte mit meiner Aktion diesen Prozess etwas beschleunigen.
Die Größe der dazu passenden Kopftücher dürften ein Meter Stoff nicht überschreiten.
Die Kittel-„Mäntel“ sollten nur bis zu den Knien reichen und nicht wadenlang sein.
Die dazu passenden Hosen durften keine üblichen weiten Pluderhosen sein, sondern sollten eher eng anliegende Hosenbeine besitzen.

Alle Bedingungen wurden mit viel Humor und Scheinverhandlungen seitens der Lehrerinnen akzeptiert, und wir einigten uns auf die Farbe olivgrün für ihre Uniform. Beim Abendessen sprach ich mit dem Gouverneur über die fehlenden Stühle und Tische sowie über den Zustand des Hofes „unserer“ Schule, worauf er am nächsten Tag der Schule einen spontanen Besuch abstattete und den Lehrerinnen und mir die Beseitigung der bestehenden Mängel versprach.

Noch einige Bemerkungen zur Schuluniform: In Afghanistan, wie in vielen anderen Ländern, war/ist es üblich, dass Lehrer und Schüler Uniformen tragen, damit der soziale Unterschied weniger sichtbar ist. Da Nimroz eine der ärmsten Provinzen Afghanistans ist, bilden Schuluniformen unter diesem Aspekt eine wichtige Notwendigkeit. Auch die SchülerInnen dieser Schule haben uns Bilder gemalt und Briefe geschrieben, die ich mitgebracht habe und vielleicht zwecks einer Schulpatenschaft nutzen kann.

Medizinische Hilfe

Ein befreundeter Arzt gab mir einen ganzen Karton hochwertiges und teures Operationsmaterial (u.a. Sonden, Nahtmaterial u.s.w.) als Spende für das medizinische Zentrum in Nimroz mit. Ich überreichte das Geschenk dem ärztlichen Leiter des Zentrums, der darüber sehr erfreut war und sich bei dem Kollegen aus Deutschland von Herzen bedankt.

Allgemeines über Nimroz

Letztes Jahr habe ich Ihnen berichtet, dass von 300 Kilometer Straßen in Nimroz keine 3 Meter asphaltiert sind. Nun kann ich Ihnen mit Freude mitteilen, dass Nimroz inzwischen über mindestens 4 Kilometer asphaltierte Straßen verfügt und der Bau weiterer Straßen geplant ist.

Ich habe Ihnen auch erzählt, dass die Provinzregierung das Trinkwasser aus dem Iran in Wassertanks kaufen muss, weil das Grundwasser in Nimroz versalzen ist. Nun sind inzwischen Wasserleitungen verlegt, so dass das Trinkwasser nicht mehr in Tanks transportiert und verteilt wird, sondern das Wasser durch Leitungen fließt und so die Bewohner versorgt.

Das Problem Staudamm, von dem ich Ihnen auch berichtet habe, besteht nach wie vor, die Provinzregierung muss immer noch unser Wasser von den Iranern zurück kaufen.


Grenzstreifen zum Iran

Strasse in Sarandj

Zur Erinnerung: Der Hilmand-Fluss nimmt seinen Ursprung im Hindukusch-Gebirge in Afghanistan und fließt südlich von Nimroz in den Iran. Dort wird das Wasser aufgestaut und an Nimroz verkauft. Nimroz selbst verfügt über keine Mittel, einen eigenen Staudamm zu bauen.

Das Straßenbild

Ich habe Ihnen berichtet, dass Nimroz die einzige Provinz Afghanistans ohne „Burka“ ist - der berüchtigte blaue Ganzkörperschleier mit dem Gitterwerk als Sichtfenster, und dass ich keine Frau mit diesem Machwerk auf den Straßen gesehen habe. Doch diesmal musste ich mit Bedauern feststellen, dass ich einige wenige Frauen mit diesem Schleier auf den Straßen zu sehen bekam. Man sagte mir, dass dies Neuankömmlinge aus anderen Provinzen seien, die sich noch nicht trauten, dieses Kleidungsstück abzulegen.

Ansonsten ist die liberale Einstellung der Provinzregierung weiterhin überall zu spüren. Nicht nur der Gouverneur, sondern alle Männer der Provinzregierung haben mir immer wieder versichert, dass Frauen in Nimroz unter dem besonderen Schutz der Regierung stehen, dass es, was die Kleiderordnung angeht, keinerlei Vorschriften für Frauen gibt, dass jede Frau sich kleiden kann, wie es ihr beliebt, und dass der Gouverneur Polizisten in Zivil beauftragt hat, in den Straßen und vor den Mädchenschulen zu patrouillieren, damit die Frauen nicht von Männern belästigt werden. Aber durch die Jahre lange negative Erfahrung trauten unsere Frauen dem Frieden nicht, meint der Gouverneur, und machten von den Möglichkeiten wenig Gebrauch. „Die bloße Anwesenheit solcher Frauen wie Sie ist für uns von enormer Bedeutung“, und damit meinte er meine Begleiterin Frau Kalkowski und mich.

Ein anderer junger Mann zeigte uns das Foto einer deutschen Frau, die im Sommer in Nimroz zu Besuch war. Sie trug darauf ein T-Shirt mit kurzen Ärmeln und kein Kopftuch. Er präsentierte uns dieses Foto als Beweis für die Liberalität seiner Provinz gegenüber Frauen und sagte sinngemäß: Ja, bei uns können Frauen so herumlaufen, wenn sie nur etwas Mut zeigen würden. Er war stolz auf diese Errungenschaft seiner Provinzregierung.

Ich wünschte, es würden mehr deutsche Frauen den Mut aufweisen, afghanischen Männern beizubringen, dass sie auch ohne Kopftuch kompetente Persönlichkeiten sind, und dass die Männer sie zu respektieren haben. Damit würden diese Frauen auch uns Afghaninnen ein sehr wirksames Argument liefern. Wir könnten unseren Männern sagen: „Einer deutschen Frau ohne Kopftuch erweist ihr Respekt, weil ihre Regierung euch Aufbauhilfe gewährt. Uns schreibt ihr aber vor, wie wir uns zu kleiden haben.“

Doch noch ist leider diese mutige und authentische deutsche Frau mit dem T-Shirt und ohne Kopfbedeckung eher eine einmalige Ausnahme. Die meisten Europäerinnen, sogar Politikerinnen, die unser Land besuchen, tragen das Kopftuch als Zeichen des Respekts gegenüber der islamischen Kultur. Ihnen ist leider nicht bewusst, dass sie damit den Fundamentalisten eine wirksame Waffe gegen uns Frauen in die Hand geben. Wir müssen uns von ihnen anhören, dass „selbst nichtislamische Frauen bereit sind, die islamischen Vorschriften zu respektieren, wir aber missachteten diese, wenn wir die Kleiderordnung nicht einhalten“. Dann fehlt uns in solchen Diskussionen das Gegenargument.

Meine Bitte an all die Frauen, die mein Land besuchen: Bleiben Sie authentisch, verkleiden Sie sich nicht. Der Islam schreibt keine besondere Kleiderordnung vor, schon gar nicht einer nicht-muslemischen Frau. Sie als Europäerinnen genießen eine besondere Immunität gegenüber der sogenannte Kleiderordnung. Nutzen Sie dieses Privileg, zeigen Sie ihre Häupter stolz ohne Bedeckung. Unsere Fundamentalisten müssen lernen, Sie zu respektieren, sie müssen Sie ertragen. Die Zeit ist dafür noch nie so günstig gewesen wie jetzt. Alle diese Männer sind auf die Zuwendungen des Westens für den Wiederaufbau Afghanistans und auf die Zusammenarbeit mit europäischen Frauen angewiesen.

Foto: Susanne Kalkowski

Ich bitte Sie im Namen von Millionen Frauen, nutzen Sie diese Chance und leisten Sie Ihren Beitrag zur Emanzipation der afghanischen Frau. Sie erweisen uns Frauen keinen Dienst, wenn Sie sich den Vorschriften der Fundamentalisten in unserem Land beugen. Im Gegenteil! Sie werfen unsere Bestrebungen nach Selbstbestimmung um Jahre zurück. Sie können sich nicht vorstellen, wie viel Mut, List und Energie es bedarf, das Kopftuch einen Zentimeter zurück zu setzen, ein bisschen mehr Haar zu zeigen. Manchmal dauert es 20 Jahre, bis es einigen von uns gelingt, das Kopftuch ganz abzulegen, manchen von uns gelingt es nie. Wenn aber eine Europäerin für ein paar Tage nach Afghanistan kommt, sich dem Diktat der Fundamentalisten beugt, und dann wieder in ihrer Heimat zurückkehrt und im Bikini am Strand liegt, um sich von den Strapazen zu erholen, empfinden wir afghanische Frauen dies als Schlag ins Gesicht. Dann fühlen wir uns verraten.

So meine lieben FreundInnen, dies war im Ganzen der Bericht meiner Reise, die ich in Ihrem Auftrag erledigt habe. Ich danke Ihnen von Herzen für all die moralischen und materiellen Hilfen, mit denen ich IHRE Projekte in Nimroz realisieren konnte. Ich hoffe, Sie sind mit meiner Arbeit zufrieden. Zum Schluss übersende ich Ihnen noch einmal die wärmsten Grüße der Frauen und Männern aus Nimroz.

Ihre Mariam Notten