(Stand Juli 2008)
Bis vor etwa einem Jahr war Nimroz ein Musterbeispiel für eine demokratische und sichere Provinz in Afghanistan. Die Lage dort blieb stabil, obwohl etliche Unruheprovinzen angrenzen - im Norden Farrah und im Süden und Südosten Helmand, Kandahar und Zabol, Schauplätze von Krieg und Zerstörung durch Taliban und Nato-Soldaten. Vor allem für Frauen war Nimroz sicher, und das war ein Grund dafür, dass unser Verein dort seine Projekte aufgebaut hat.
Nimroz aber ist ein Teil Afghanistans und bleibt von den politischen Entwicklungen des ganzen Landes leider nicht verschont. Seit 2007 ist es den Taliban gelungen, auch in dieser Provinz einzusickern und durch Bombenanschläge und Selbstmordattentate Angst und Schrecken unter der Bevölkerung zu verbreiten. Die Provinzregierung ist leider nicht in der Lage, die Provinzgrenzen lückenlos zu kontrollieren, sodass Talibankämpfer aus Pakistan und aus den Taliban-Hochburgen nach Nimroz gelangen können.
Bislang schützte sich sich die Provinz gegen die Taliban aus eigener Kraft. US- oder Nato-Soldaten sind dort nicht aktiv – sieht man von einer kurzfristigen Kampfhandlung im Norden ab. Jetzt stecken Provinzregierung und Bevölkerung in einem Dilemma: Bitten sie Nato- und US-Truppen um Hilfe, würde das die Taliban wie magisch anziehen, und die Lage in Nimroz könnte sich noch mehr verschlimmern. Die Erfahrungen in den umliegenden Provinzen Farrah, Kandahar, Helmand und Zabol haben gezeigt, dass die Anwesenheit der ausländischen Mächte die politische Lage nicht stabilisiert hat, im Gegenteil: Es herrscht dort seit Jahren Krieg, wobei die Zivilbevölkerung zwischen den Fronten zerrieben wird. Verzichtet die Provinzregierung jedoch auf die Hilfe der ausländischen Kräfte, könnte es Taliban unter Umständen gelingen, sich dauerhaft in Nimroz einzunisten.
Trotz der oben in Kürze geschilderten Veränderungen ist die Sicherheitslage in Nimroz jedoch noch nicht so dramatisch, dass sie unsere Arbeit unmöglich gemacht hat. Wir waren in der Jahreswende 2007/2008 in dieser Provinz und haben neue Projekte gegründet und die bereits bestehenden Projekte beaufsichtigt. Wir konnten herumreisen, und es ist uns nichts passiert.
Wir haben uns immer bemüht, unsere Arbeit gegenüber unseren SpenderInnen so transparent wie möglich zu machen. Auf Grundlage dieser Informationen mögen unsere SpenderInnen selbst entscheiden, ob und wie sie uns weiter unterstützen.