Schule in „Vier Türmchen“
Update (Oktober 2015)

Derzeit besuchen 180 Kinder unsere Schule: 76 Mädchen und 104 Jungen. Vier Lehrkräfte unterrichten sechs Klassen in zwei Schichten. Zwei davon sind junge Männer, die die 12. Klasse abgeschlossen haben, einer ist Religionslehrer, die vierte ist eine Frau, die stundenweise Drittklässler unterrichtet.

Obwohl es sich um eine Grundschule handelt, die nur bis zur 6. Klasse geht, hat die Behörde letztes Jahr dort auch zwei weiterführende 7. Klassen für Mädchen eingerichtet. Für weiterführende Klassen fehlen jedoch qualifizierte Lehrkräfte, die bereit wären, für das karge Lehrergehalt im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste zu gehen.

Die Jungen gehen nach der sechsten Klasse auf eine seit langem existierende Mittelschule im äußersten Süden von Tschar Burdschak („Vier Türmchen“). Sie bewältigen den weiten Weg auf den Rücken von Eseln, während Mädchen das nicht erlaubt ist.

Auch wenn manche Mädchen aus dieser Schule als Minderjährige zwangsweise an ältere Männer verheiratet werden – Bildung ist für sie in jedem Falle eine wichtige Ressource. Man kann ihnen die Bildungserfahrung nicht mehr wegnehmen, sie können lesen, rechnen und schreiben. Und sie werden wahrscheinlich dafür kämpfen, dass ihre Töchter einen höheren Bildungsgrad erreichen. In Afghanistan sind wir schon unzähligen solchen Müttern begegnet.

Nun zu den schöneren Themen:

Wie in jedem Jahr üblich, habe ich auch diesmal in der Provinzhauptstadt Sarandsch zwei Pickups vollgeladen mit Büchern, Rucksäcken, Heften, Stiften, Fußbällen, Volleybällen und Ballnetzen und sie nach „Vier Türmchen“ transportieren lassen. Begleitsoldaten und Männer aus dem Dorf haben die Geschenke an die Kinder verteilt. Es ist ein Vergnügen zu erleben, wie sie sich im Flur anstellen, um ihre Geschenke in Empfang zu nehmen.

Den drei Lehrern und dem Schulportier habe ich Stoff für Kleidung besorgt und sowie warme Winterjacken. Weil ich vor der Reise nicht wusste, dass dort auch eine Frau unterrichtet, bekam sie ebenfalls Männerkleidung geschenkt. Sie wird sie für ihren Ehemann gebrauchen können.

Update (November 2013)

Wir haben dieses Jahr, wie die Jahre zuvor den Kindern Schreib- und Schulmaterialien, Schultaschen und drei Schultafeln geschenkt.

Update (März 2012)

Wie jedes Jahr haben die Kinder auch in diesem Jahr Schreib- und Schulmaterialien geschenkt bekommen. Derzeit besuchen 128 Kinder diese Schule, 68 Mädchen und 60 Jungen. 30 Kinder besuchen bereits die fünfte Klasse, davon sind 10 Mädchen.

Update (April 2011)

Derzeit besuchen insgesamt 106 Kinder diese Schule in Tscharbordschak („Vier Türmchen“). Davon sind 52 Mädchen und 54 Jungen. Wir haben ihnen auch dieses Jahr eine Menge Schulhefte und andere Schreibmaterialien geschenkt.

Die Unterrichtsräume befinden sich noch in Rohzustand, das heißt, ohne Putz und ohne Farbe. Wir konnten uns diesmal leisten, diese Arbeiten in Auftrag zu geben. Auch einen Wasserbrunnen ist in unserer Planung.

Die Schule bekam leider dieses Jahr keine neuen Schüler. Der Grund dafür ist die enorme Armut und Erwerbslosigkeit der Bewohner dieses Gebietes. Die Menschen müssen immer wieder auf die Arbeitssuche in den Iran oder in die Städten ziehen. Die Dörfer sind fast menschenleer.

Update (November 2009)

Die Reise durch die Geröllwüste nach „Vier Türmchen“ (Tschahar Bortschak) ist selbst für mich ein Abenteuer. Hinzu kommt die Angst vor Anschlägen oder Entführungen durch die Taliban, die ungehindert über die nahe pakistanische Grenze kommen und ihr Unwesen in dieser abgelegenen Region treiben können. Aus diesem Grund ist kaum ein Lehrer bereit, für ein karges Gehalt nach „Vier Türmchen“ umzusiedeln. Der einzige Mann, der dort unsere SchülerInnen unterrichtet, ist ein Mullah, der eh in diesem Dorf lebt. Doch dieser Mann ist enorm motiviert, und ich konnte erleben, wie er in drei Klassen parallel unterrichtete.

Die Schule wird von 118 Kindern besucht, davon 78 Mädchen und 40 Jungen in gemeinsamen Klassen. Den SchülerInnen habe ich bunte Filzstifte, Schreib- und Malhefte als Geschenk mitgebracht. Ebenso konnte ich dafür Sorge tragen, dass fast allen SchülerInnen Stühle und Tische zur Verfügung gestellt werden. Derzeit fehlen noch etwa 30.

Update (November 2008)

Die Bauarbeiten an dieser Schule waren bei meiner Ankunft in Oktober 2008 noch nicht abgeschlossen. Der Baufirma fehlte das Geld für den Bau von Toiletten und anderer Kleinigkeiten wie Lichtfenster in den Decken der Klassenräumen. Die Schule besteht aus acht Räumen. Voraussichtlich werden die Bauarbeiten November oder Dezember 2008 fertig sein. (siehe hierzu auch im Jahresbericht 2008)


Bewaffnete Escorte…


… und viel Publlikum bei der
Besichtigung in "Vier Türmchen"

Die künftigen Schüler …


… und ein erster Lehrer für die "Schule der Freiheit" Nr.2!

Ersteintrag (Dezember 2007)

Mit Stolz können wir Ihnen mitteilen, dass wir eine zweite Schule in einem sehr entfernten Ort mit dem Namen Tschar Burdschak (Vier Türmchen) im Süden von Nimroz in Auftrag gegeben haben, und zwar bereits vor meiner Reise.

Dieses Projekt wurde nach dreijährigem Ansparen der Spenden und vor allem durch eine für uns ungewöhnlich große Spende seitens der Familie Boye aus Berlin und der Familie Jahn aus Leverkusen ermöglicht. Wir bedanken uns hier noch einmal bei Ihnen und bei Familie Boye sowie bei Familie Jahn im Namen der Menschen aus Nimroz.

Die Bauarbeiten für diese Schule sind noch nicht abgeschlossen. Sie besteht aus sechs Klassenräumen, einem Lehrerzimmer und acht Toilettenkabinen. Voraussichtlich 150 bis 200 Mädchen und Jungen werden gemeinsam diese Schule besuchen. Das Gebäude wurde auf einem kleinen Hügel in der unmittelbaren Nähe des (in der Regenzeit) schönen und mächtigen Flusses Helmand gebaut.

Bei meinem Besuch bei den Dorfbewohnern wurde über den Namen für diese Schule diskutiert. Es standen zwei Vorschläge zur Auswahl. Entweder den Namen eines berühmten Märtyrers oder die Bezeichnung „Freiheit“. Ich habe vorgeschlagen, von dem ersten Namen Abstand zu nehmen. Es wurde noch nichts entschieden, aber ich hatte den Eindruck, dass mein Vorschlag angekommen war und sie die Schule wahrscheinlich „die Schule der Freiheit“ oder ähnlich nennen werden.


Die alte Dorfschule
in "Vier Türmchen"

Ganz in der Nähe der mächtige
Helmand

Baustelle
(Dez. 2007)